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Dienstag, 21. November 2017

Mariana Leky - Was man von hier aus sehen kann


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Manchmal klappe ich ein Buch zu und weiß, dass mir die Figuren darin fehlen werden. An diese skurrilen BewohnerInnen des kleinen Dorfes im Westerwald, werde ich ganz sicher noch länger denken:

Selma - eine alte Frau, die häufig um Rat gefragt wird. Sie ist die Großmutter von Luise und wenn Selma von einem Okapi träumt, wird bald jemand sterben. Selma liebt Mon Cherie und hat ein riesiges Herz.

Luise - Selmas Enkelin. Ihre Eltern sind unglücklich verheiratet, ihr bester Freund kommt ums Leben als sie gerade einmal 10 Jahre alt ist. Als sie erwachsen ist, verliebt sie sich ausgerechnet in einen buddhistischen Mönch.

Der Optiker - Philosoph und herzensguter Mann. Er liebt Selma, schafft es aber nicht, ihr das zu sagen und hortet statt dessen unzählige angefangene Liebesbriefe an sie. Seine inneren Stimmen halten ihn davon ab, den Mut zu haben, seine Liebe zu gestehen.

Marlies - depressiv und immer schlecht gelaunt. 

Palm - ein jähzorniger Alkoholiker. 

Elsbeth - abergläubisch und die Tratschtante des Dorfes.
 
Sie alle habe ich während des Lesens ins Herz geschlossen und für eine Weile am Dorfleben teilgenommen. Im Dorf spielen sich allerhand Geschichten ab, viel dreht sich dabei um die Liebe und den Tod.

Wenn Selma von einem Okapi träumt, hat das ganze Dorf Angst davor, sterben zu müssen. Dann werden noch Geheimnisse gelüftet, Angelegenheiten geklärt und der Atem angehalten. Wenn man dann verschont wurde, fallen reihenweise Steine vom Herzen.
"Sie waren heilfroh und nahmen sich vor, sich künftig an allem zu freuen und dankbar zu sein, weil sie noch vorhanden waren. Sie nahmen sich vor, sich zum Beispiel endlich einmal ausgiebig an dem Lichtspiel zu freuen, das die Morgensonne in den Apfelbaumzweigen veranstaltete. Die Leute im Dorf hatten sich das schon häufig vorgenommen, wenn zum Beispiel ein Dachziegel sie nicht getroffen hatte oder eine schlimme Verdachtsdiagnose ausgeschlossen worden war. Aber immer kam nach kurzer Zeit der Dankbarkeit und Freude dann ein Wasserrohrbruch oder eine Nebenkostenabrechnung, und da waren Freude und Dankbarkeit dann schnell verwässert, da war man dann nicht mehr dankbar, dass man vorhanden war, da war man dann verärgert, dass mit einem selbst auch Nebenkostenabrechnungen oder Wasserrohrbrüche vorhanden waren, und das Sonnenlicht im Apfelbaum konnte einpacken."

Der Roman wird aus Luises Perspektive erzählt und besteht aus 3 Teilen. Er beginnt mit Luises Kindheit und endet als sie ca. 30 Jahre alt ist. Das Buch ist voller schöner und kluger Textstellen und ein absolutes Wohlfühlbuch, was mich mehrmals beim Lesen tief berührt hat.

Ein Buch über das Leben, die Liebe und den Tod und das alles in einer wundervollen Sprache mit viel Humor.



Inhalt:

"Von der unbedingten Anwesenheit im eigenen Leben 


Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …"
Quelle: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/leky-was-man-von-hier-aus-sehen-kann-9783832198398/



Über das Buch: 

 

320 Seiten, mit farbigem Vorsatz und Lesebändchen
Erscheinungstag: 18.07.2017
ISBN 978-3-8321-9839-8
Verlag: Dumont
Hardcover 20,00 €

Donnerstag, 16. November 2017

Ada Dorian - Schlick


 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Ich mag die Vorstellung, dass ein Haus eine Geschichte in sich trägt, geschrieben von den Menschen die dort gelebt haben. Gerade in der Großstadt wissen wir oft zu wenig über die Vergangenheit unseres Zuhauses.

In diesem Buch erhält Svea die Möglichkeit etwas über die Geschichte des Hauses zu erfahren, in welches sie gerade eingezogen ist. Der Roman wechselt kapitelweise zwischen der Gegenwart und der Zeit des ersten Weltkriegs.

Svea, die bisher ein unstetes Leben geführt hat, wird ungeplant schwanger und entschließt sich mit dem Vater des Kindes zusammen in sein leerstehendes Elternhaus zu ziehen. Sie ist sich nicht sicher, ob die Entscheidung für das Kind, seinen Vater und das Leben auf dem Land richtig war. Im Haus findet sie Fotos und alte Briefe, die ihr von einer Frau erzählen, der es hundert Jahre zuvor ähnlich ergangen ist - Helene.

Helene hat der Krieg den Mann genommen und sie ist alleine mit ihrer kleinen Tochter Sophie. Sie beginnt einen Briefwechsel mit einem Soldaten an der Front, von dem keiner wissen darf und freundet sich heimlich mit Magda an.

Die beiden Frauen haben viele Gemeinsamkeiten und Geheimnisse, über die Ada Dorian in einer sehr schönen Sprache schreibt. Ein eindrucksvolles Buch, in dem auch Familiengeheimnisse eine Rolle spielen.


Inhalt:

"Ada Dorian erzählt poetisch von zwei Frauen, deren Einsamkeit sie verbindet.

Ein Toter und zwei Lebende auf einem Bild. Vater, Mutter, Kind. Dieses Foto hätte es so gar nicht geben dürfen – und doch hing es wie selbstverständlich jahrzehntelang in dem Haus, in das Svea mit ihrem Neugeborenen einzieht. Während sie mit ihrem eigenen Leben hadert, ist Svea fasziniert von Helene, der Frau auf dem Bild.
Ein poetischer Roman über zwei Frauen, die sich verblüffend ähnlich sind, obwohl sie hundert Jahre trennen, über die Konstruktion von Erinnerungen und darüber, wie viel Ungesagtes eine Familie verträgt."

Quelle: https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/schlick-9783961010059.html

 

Über das Buch:

 

18,00 €
Hardcover mit Schutzumschlag
272 Seiten
ISBN-13 9783961010059
Erschienen: 13.10.2017
Verlag: Ullstein

 

 

Freitag, 10. November 2017

Ulla Hahn - Wir werden erwartet


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Ulla Hahn beendet mit diesem Buch einen Romanzyklus, der mit "Das verborgene Wort" 2006 seinen Anfang nahm. Von diesem Buch war ich damals total begeistert. Es beschreibt die Kindheit von Hilla Palm in den 50er Jahren, die bereits als Kind eine Faszination für Wörter und Sprache hat, die bei den Eltern aus der Arbeiterklasse keinen Anklang findet.

Nun schreibt Ulla Hahn über die 70er Jahre, Hilla ist inzwischen 25 Jahre alt und studiert in Köln. Sie hat ihre große Liebe Hugo gefunden und muss in diesem Band mit dem Verlust eben dieser klarkommen. Es geht viel um Politik, um den Kommunismus und die Situation in Deutschland Ende der 60er Jahre. Mir war das bisweilen zu langatmig und ausführlich.

Für mich war das Buch lesenswert wegen Hillas Beziehung zu ihren Eltern. Es findet eine Versöhnung mit den Eltern auf der inneren Ebene statt. Die Situationen in denen Hilla ihrem Vater begegnet und ihn plötzlich aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen mit anderen Augen sehen kann, haben mich sehr berührt. Es kehrt Frieden ein im Verhältnis zu den Eltern, die ihr soviel Kummer bereitet haben, weil sie sich Zeit ihres Lebens so unverstanden von ihnen gefühlt hat.  Für mich stand die Aussöhnung mit den Eltern bei diesem Roman im Vordergrund, weil mich dies am meisten fasziniert hat.

Das Buch ist zwar der vierte Teil einer Reihe, ist aber durchaus auch lesbar, ohne die anderen Bücher zu kennen. Mir persönlich hat allerdings der erste Teil (Das verborgene Wort) am besten gefallen.

 

 

Inhalt:

 

"Die Geschichte einer verführbaren jungen Frau in den turbulenten Jahren nach 1968

Die Welt steht Hilla Palm offen. Nach langem Suchen hat das Mädchen aus einfachem Hause endlich ihre Heimat gefunden: in der Literatur und Hugo, dem Mann, der Hilla mit all ihren bitteren Erfahrungen annimmt. Zusammen entdecken sie die Liebe und erleben die 68er Jahre, in denen alles möglich scheint.

Doch dann durchkreuzt das Schicksal ihre Pläne, und verzweifelt sucht Hilla Halt bei Menschen, die für eine friedvollere, gerechtere Welt kämpfen. Die marxistische Weltanschauung wird ihr zum neuen Zuhause. Beherzt folgt sie ihren Überzeugungen und muss am Ende doch schmerzlich erkennen, dass Freiheit ohne die Freiheit des Wortes nicht möglich ist.

„Wir werden erwartet“ erzählt mitreißend die Geschichte einer suchenden jungen Frau in den turbulenten Jahren zwischen 1968 und dem Deutschen Herbst. Ein nachdenklich stimmendes Buch über den Mut, die Gesellschaft und sein Leben zu verändern – ein Buch über die Kraft der Versöhnung"
Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Wir-werden-erwartet/Ulla-Hahn/DVA-Belletristik/e522782.rhd 


Über das Buch:

 

28,00 Euro   
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-421-04782-3
Erschienen: 28.08.2017
Verlag: DVA

 



Samstag, 21. Oktober 2017

Liane Moriarty - Das Geheimnis meines Mannes




Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Liane Moriarty hat es wieder geschafft: Ein Buch, das leicht zu lesen ist und mich glänzend unterhalten hat, ohne oberflächlich zu sein. Sie verwebt verschiedene Schicksale miteinander und fügt sie zusammen zu einer mitreißenden Geschichte.

Rachel, deren Tochter in ihrer Jugend ermordert wurde, der Mörder ist bis heute nicht gefunden. 
Tess, die erfährt, dass ihr Mann und ihre Cousine sich ineinander verliebt haben und sich daraufhin Hals über Kopf in eine Affäre mit einem Exfreund aus Jugendjahren stürzt. 
Cecilia, die perfekte Mutter und Hausfrau, die Tupperpartys organisiert und eines Tages einen Brief findet, den ihr Mann geschrieben hat und der ein schreckliches Geheimmis lüftet. Und plötzlich ist nichts mehr, wie es einmal war.

Die Autorin wechselt kapitelweise zwischen den drei Frauen und ihren Geschichten hin und her und nach und nach tauchen immer mehr Verbindungen auf. Dadurch liest sich das Buch extrem spannend. 

Besonders gut hat mir das Ende gefallen, denn da weist Liane Moriarty auf die Geheimnisse des Lebens hin und skizziert kurz, wie es den Romanfiguren ergangen wäre, wenn alles ganz anders gekommen wäre.
"Niemand von uns wird je erfahren, welche möglichen Wendungen unser Leben hätte nehmen können und möglicherweise hätte nehmen sollen. So oder so. Einige Geheimnisse sind bestimmt, für immer geheim zu bleiben. Fragen sie doch mal Pandora."
 

Inhalt:


"Nur im Fall meines Todes zu öffnen, steht auf dem Brief, den Cecilias Mann an sie geschrieben hat. Ihr Mann ist nicht tot. Doch was hat er ihr zu sagen? Als sie John-Paul auf den Brief anspricht, verstrickt er sich in Lügen. Ein Grund mehr, den Brief zu lesen. Was sie darin erfährt, lässt ihr bisheriges Leben in einem ganz anderen Licht erscheinen. Wie gut kennt sie ihren Mann eigentlich? Und wie weit darf man gehen, um seine Familie zu schützen?" 

Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/beziehungsromane/das-geheimnis-meines-mannes/id_3340141


Über das Buch:


9,99
Verlag: Bastei Lübbe
Taschenbuch
428 Seiten
ISBN: 978-3-404-17148-4
Ersterscheinung: 14.11.2014
Der Verlag weist darauf hin, dass dieser Roman 2013 unter dem Titel „Die Wahrheit eines Augenblicks“ bereits als Paperback erschienen ist.

 





Donnerstag, 19. Oktober 2017

Naja Marie Aidt - Schere, Stein, Papier

 

Warum es sich zu lesen lohnt:


Manchmal kann ein Geheimnis ein Leben zerstören.

Thomas findet durch Zufall eine beachtliche Summe Geld in der Wohnung seines verstorbenen Vaters (der Zeit seines Lebens ein Taugenichts war) und beschließt das Geld einfach zu behalten und keinem etwas davon zu sagen. Dieses Geheimnis löst in ihm eine so große Unruhe aus, dass sein Leben dadurch nach und nach aus den Fugen gerät.

Was sich Thomas einbildet und was nicht, ist nicht immer klar. Sein eigenes Leben entgleitet ihm auf allen Ebenen. Seine Frau trennt sich von ihm, nachdem er ihr eine bis dato unbekannte, raue Seite von sich gezeigt hat. Ein junger Mann taucht auf, der seinen Vater, im Gegensatz zu Thomas, als einen liebevollen und pflichtbewussten Menschen kennen gelernt hat. Sein Geschäft wird eines Nachts verwüstet und sowohl dort, als auch vor seiner Haustür befinden sich plötzlich merkwürdige kryptische Zeichen. Haben diese etwas mit dem Geld zu tun, welches Thomas einfach behalten hat? Wer weiß noch von dem Geld?

Thomas versucht sein Leben zu retten, er kämpft und der Druck wird größer und größer. Er zerstört sukzessive seine Beziehungen und sich selbst. 

Ein spannender, sprachlich faszinierender Roman, der allerdings auch eine bedrückende und schwere Seite hat.


Inhalt:

"Mit "beklemmender Eindringlichkeit" (Süddeutsche Zeitung) erzählt die preisgekrönte dänische Autorin Naja Marie Aidt, wie die Vergangenheit einen Menschen unerwartet einholt und eine einzige falsche Entscheidung eine sorgfältig aufgebaute Existenz zum Einsturz bringt. Ein faszinierender Roman über die Bruchstellen des Lebens, das Gewicht der Vergangenheit und die Verletzlichkeit der menschlichen Existenz. Von einer der aufregendsten literarischen Stimmen unserer Zeit."

Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Schere-Stein-Papier/Naja-Marie-Aidt/Luchterhand-Literaturverlag/e428649.rhd#info

 

Über das Buch:

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag  
ISBN: 978-3-630-87426-5
Erschienen: 09.05.2017
Verlag: Luchterhand Literautverlag
€ 22,00



Samstag, 14. Oktober 2017

Alina Bronsky - Baba Dunjas letzte Liebe


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Wenn man eine große innere Ruhe in sich trägt und mit sich im Einklag ist, ist es dann egal, wo man lebt? Oder ist es das Heimatgefühl, welches zu dem inneren Frieden beiträgt, unabhängig der Lebensbedingungen in der Heimat?

Baba Dunja strahlt eine Ruhe, Zuversicht und Gelassenheit aus, die mich von der ersten Seite an fasziniert hat. Ihren Tag verbringt sie damit ihr Haus und ihren Garten zu pflegen und für Nahrung zu sorgen. Hin und wieder spricht sie mit den wenigen Nachbarn, die sie hat. Und sie schreibt Briefe an ihre Tochter und ihre Enkelin in Deutschland. Zwischendurch sitzt sie einfach auf der Bank vor ihrem Haus und denkt über das Leben und die BewohnerInnen des Dorfes nach.

Und als wäre dieses Leben nicht schon faszinierend genug, kommt hinzu, dass Baba Dunja  in Tschernobyl lebt, in der Todeszone. Es ist ihre Entscheidung, es ist ihre Heimat. Und es ist der Platz, an dem sie glücklich und zufrieden ist.

Eine faszinierende Person wird in diesem Buch beschrieben und ich habe mehrmals beim Lesen den Wunsch verspürt einen Tee mit Baba Dunja zu trinken.


Inhalt:

"Baba Dunja ist eine Tschernobyl-Heimkehrerin. Wo der Rest der Welt nach dem Reaktorunglück die strahlenden Waldfrüchte fürchtet, baut sie sich mit Gleichgesinnten ein neues Leben auf. Mitten im Niemandsland, wo die Vögel so laut rufen wie nirgends sonst und manchmal ein Toter auf einen Plausch vorbeikommt. Während der sterbenskranke Petrov in der Hängematte Liebesgedichte liest und die Melkerin Marja mit dem fast hundertjährigen Sidorow anbandelt, schreibt Baba Dunja Briefe nach Deutschland, an ihre Tochter. Doch dann kommen Fremde ins Dorf – und die Gemeinschaft steht erneut vor der Auflösung.
Voller Kraft und Poesie, voller Herz und Witz lässt Alina Bronsky eine untergegangene Welt wiederauferstehen und erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die im hohen Alter ihr selbstbestimmtes Paradies findet."

Quelle: http://www.kiwi-verlag.de/buch/baba-dunjas-letzte-liebe/978-3-462-05028-8/


Über das Buch:

 

Verlag: KiWi-Taschenbuch
ISBN: 978-3-462-05028-8
Erschienen am: 06.04.2017
160 Seiten, Broschur
Preis:  8,00 €

Sonntag, 24. September 2017

Dirk Stermann - Der Junge bekommt das Gute zuletzt


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Bei der Lesung von Dirk Stermann im Dezember 2016 in München, habe ich viel gelacht, auch wenn mir das Lachen manchmal im Hals stecken geblieben ist. Unbedingt wollte ich dann auch den Teil des Buches lesen, den der Autor nicht vorgetragen hat. Scheinbar hat er sich in der Lesung für die absurden und komischen Textstellen entschieden, denn eigentlich handelt es sich um ein sehr melancholisches Buch.

Claude ist 13 Jahre alt und einsam, so einsam, dass es beim Lesen manchmal weh tut.

"Meine Eltern verwirklichten auch mein Leben. Wie plötzlich alles geschehen war! Wieso hatte ich nicht früher bemerkt, was auf mich zukam? Ich hatte mich zu sehr damit abgefunden, dass Mama ein Satelit ist, der sich in fremden Umlaufbahnen wohler fühlt. Ihr Leben ohne mich war schlüssiger...Papa wurde von seinem Hodensack dirigiert. Seine Hoden bestimmten, wie er dachte, wie er fühlte, was er sagte..."Sex ist ein Supermarkt mit vielen Regalen", sagte er einmal. Für mich war in diesem Supermarkt kein Platz."

Von seinen Eltern völlig allein gelassen und auf sich gestellt, freundet sich Claude mit einem serbischen Taxifahrer aus dem Haus an, der seinen Job nicht an den Nagel hängt, auch wenn es Tage gibt, an denen er seine Beine nicht spürt und deswegen nicht bremsen kann.

Claude verliebt sich in Minako und wie durch ein Wunder, verliebt sich Minako auch in ihn. Minako war auf einer Waldorfschule, bevor sie in seine Klasse kam. Aber sie konnte so schlecht tanzen, dass dort alle dachten, sie heisst Renate, wenn sie ihren Namen tanzte.

Dirko und Minako werden zum Familienersatz für Claude, doch er hat scheinbar einfach kein Glück, wenn es um Beziehungen geht und die Einsamkeit holt ihn immer wieder ein.

Ein absurdes, trauriges Buch, dass mich durch den schwarzen Humor dennoch immer wieder zum Lachen gebracht hat.  

 

Inhalt:

"Der Bestsellerautor und Humorist Dirk Stermann hat den traurigsten Roman der Welt geschrieben: Sein Held ist noch nicht vierzehn und schon ganz allein.
Claude ist anders als andere Dreizehnjährige; da muss man gar nicht erst seine Faszination für die Geschichte der Todesstrafe in Wien erwähnen. Sein Vater lehrt Posaune am Konservatorium, die Mutter ist Ethnologin aus Leidenschaft, und das geht so weit, bis eines Tages ein echter Indio in die Wohnung zieht. Eilig wird eine Mauer hochgezogen: Auf der einen Seite wohnt die Mutter mit Claudes Bruder und dem neuem Liebhaber, auf der anderen Claude und sein Vater. Der hat aber schnell auch eine Neue (Flötistin, Veganerin, Deutsche). Bald sind beide Parteien ausgezogen, Claude bleibt allein zurück, warum auch nicht? Überhaupt soll er weniger rumjammern, findet seine dicke Großmutter, und mehr an andere denken.
Jetzt hat Claude nur noch Taxifahrer Dirko, der ihn täglich in das Elitegymnasium fährt, wo Claude regelmäßig von den reichen Mitschülern vermöbelt wird. Dirko kommt aus Serbien, hat eine Hütte an der Donau und eine Schublade voller falscher Ausweise. Er ist mal Däne, mal Armenier und kann Geschichten erzählen ohne Ende. Wie die von dem Biologen Justin Smith, der im Selbstversuch eine Schmerzskala aller Insektenstiche erstellt hat, vom Fruchtwesplein bis hin zur furchtbaren 24-Stunden-Ameise, deren Gift einen Tag lang schmerzt wie eine Schussverletzung. Wer kann so etwas aushalten?
Irgendwann lernt Claude an seiner neuen Schule auf einem alten Donaufrachtschiff ein Mädchen kennen. Liebe erwacht. Claude und Minako machen sich daran, ihre eigene Familie zu gründen, dabei sind sie beide doch noch so jung. Ob das ohne Schmerzen abgeht?"

Quelle: https://www.rowohlt.de/hardcover/dirk-stermann-der-junge-bekommt-das-gute-zuletzt.html

Über das Buch:

Verlag:  Rowohlt
Hardvover, 19,95 €
Erscheinungstermin:  10.10.2016
224 Seiten
ISBN:  978-3-498-06438-9

 



Donnerstag, 21. September 2017

Anthony Doerr - Alles Licht, das wir nicht sehen

 

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Manchmal begegnen sich zwei Menschen nur einen ganz kurzen Augenblick in ihren Leben und dieser Augenblick wirkt sich auf das komplette Leben danach aus, auch wenn sie sich danach nie wieder sehen.

Zwei junge Menschen während des zweiten Weltkriegs, die komplett getrennt voneinander existieren und sich schliesslich einen kurzen, aber bedeutsamen Augenblick lang begegnen. Ein schicksalhafter Moment für Beide. Im kapitelweisem Wechsel erzählt das Buch die Geschichte von Marie-Laure und Werner.

Marie-Laure ist blind. Wie sie sich durch ihr Leben bewegt, ohne zu sehen, aber umso mehr zu hören, zu fühlen, zu schmecken und zu tasten, hat mir an dem Buch am besten gefallen. Anhand eines Holzmodells des Viertels lernt sie sich in den Straßen von Paris zurechtzufinden, sie hat einen Faible für Schnecken und Muscheln und erkennt sie an ihren Formen. Außerdem liebt sie Bücher, die zu dieser Zeit nur selten in Blindenschrift verfügbar waren, und somit ihre kostbarsten Schätze sind.

Werner ist ein technisch hochbegabter Waise, der alles hinterfragt und seine Fragen in einem kleinen Notizbuch aufschreibt. Seine Klugheit machen sich die Nazis zunutze. Als er von ihnen aus dem Waisenhaus geholt wird, beginnt er immer weniger zu hinterfragen und versucht nicht an seine Schwester Jutta und die gemeiname Kindheit zu denken, die von heimlichem Radiohören auf dem Dachboden geprägt war und dem Wunsch nach mehr Wissen. Mich hat die Beschreibung der Veränderung von Werner fasziniert, seine Unfähigkeit für das einzustehen, was ihm einmal wichtig war und die zunehmende Anpassung an das System.

Aufgrund der Kriegsthematik ist es sicher kein leichtes Buch, dennoch ist es eine schöne und feinsinnige Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe.


Inhalt:

 

"In seinem Roman erzählt Anthony Doerr kenntnisreich und in einer wunderschönen Sprache, kunstvoll miteinander verwoben, die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird. Unaufhaltsam treibt die Geschichte sie aufeinander zu, spannend, labyrinthisch und atemlos."

Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Alles-Licht-das-wir-nicht-sehen/Anthony-Doerr/btb-Taschenbuch/e474319.rhd



Über das Buch:


11,00
Taschenbuch, Broschur  
ISBN: 978-3-442-74985-0
Erschienen: 11.07.2016
Verlag: btb

 

Freitag, 11. August 2017

Martin Suter - Elefant





Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Was hat es denn nun mit dem rosa Elefanten auf sich?
Handelt es sich um ein geglücktes Genforschungsprojekt? Ist er ein burmesisches, heiliges Tier? Viellicht ein Haustier, welches seinem Besitzer hilft, vom Alkohol wegzukommen? Oder ist der Elefant eine Zirkusnummer, der die Menschen in den Zirkus locken soll?

Ein Genforscher will durch gezielte Manipulation einen rosa leuchtenden Elefanten erschaffen und sich damit Achtung und Ruhm in den Forscherkreisen verschaffen. Ein Obdachloser hat den kleinen Elefanten ins Herz geschlossen und füttert ihn liebevoll. Ein Elefantenflüsterer ist der festen Überzeugung, dass das Tier heilig ist. Es beginnt eine wirklich spannende und skurrile Geschichte rund um den rosa Elefanten, die sich in verschiedenen Milieus abspielt.

Martin Suter lohnt sich immer. Weil er in vielen seiner Romane eine spannende Story mit einem Thema verbindet, welches er sehr gut und genau recherchiert und in die Story einfliessen lässt. Dieses Mal widmet er sich dem Thema Gentechnologie, aber auch mit der Züricher Obdachlosenszene scheint er sich näher befasst zu haben.

Gute, spannende Unterhaltung.


Inhalt:

"Ein Wesen, das die Menschen verzaubert: ein kleiner rosaroter Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Plötzlich ist er da, in der Höhle des Obdach­losen Schoch, der dort seinen Schlafplatz hat. Wie das seltsame Geschöpf entstanden ist und woher es kommt, weiß nur einer: der Genforscher Roux. Er möchte daraus eine weltweite Sensation machen. Allerdings wurde es ihm entwendet. Denn der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der die Geburt des Tiers begleitet hat, ist der Meinung, etwas so Besonderes müsse versteckt und beschützt werden."

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/titel/martin-suter/elefant-9783257069709.html

 

Über das Buch:


Hardcover Leinen
352 Seiten
erschienen am 18. Januar 2017
Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06970-9
€ (D) 24.00

 


Dienstag, 8. August 2017

Nathan Hill - Geister




Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Was veranlasst eine Mutter dazu ihr Kind zurückzulassen? Ist es möglich für einen inzwischen erwachsenen Mann nachzuvollziehen, warum die eigene Mutter ihm dies angetan hat, als er ein kleiner Junge war?

Samuel hat seine Kindheit und Jugend ohne jegliche Erklärung für das Verschwinden seiner Mutter verbracht. Erst als er ein erwachsener Mann ist, setzen sich die Puzzleteile auf eine spannende Art und Weise zusammen.

Die Mutter-Sohn-Beziehung ist der rote Faden des Romans. Um diesen roten Faden herum spinnt Nathan Hill lauter Geschichten mit faszinierenden Persönlichkeiten und verschiedenen gesellschaftlichen Hintergründen. Vier Jahrzehnte durchstreift er dabei. Die Friedensbewegung in Chicago Ende der 60er Jahre spielt ebenso eine Rolle, wie die aktuelle politische Lage im Jahre 2011.

Für mich war dieses Buch lesenswert wegen der vielen Leben, in die ich einen Einblick bekommen habe. Die unterschiedlichsten Charaktere sind mir in diesen 864 Seiten begegnet und der Autor beschreibt sie so, dass ich nahezu für alle von ihnen so etwas wie Verständnis entwickeln konnte.

"Denn wenn du die Menschen als Feinde, Hindernisse oder Fallen betrachtest, liegst du unablässig im Krieg mit ihnen und mit dir selbst. Siehst du sie dagegen als Rätsel, genau wie dich selbst, bringen sie dir Freude, denn am Ende, wenn du nur tief genug in sie dringst, wenn du den Deckel ihres Lebens lüftest, wirst du etwas Vertrautes finden.“

Obwohl der Autor den roten Faden des Romans immer wieder aus der Hand zu geben scheint und viele Nebenschauplätze und Geschichten erschafft, führt er am Ende alle Geschichten und Handlungsstränge zusammen. Großartig!

Inhalt:

 

"Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. - Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street."

Quelle: https://www.piper.de/buecher/geister-isbn-978-3-492-05737-0

Über das Buch:

 

Verlag: Piper
€ 25,00
Erschienen am 04.10.2016
864 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Übersetzt von: Katrin Behringer, Werner Löcher-Lawrence
ISBN: 978-3-492-05737-0

 

 

 






Sonntag, 23. Juli 2017

Ian McEwan - Nussschale


Warum es sich zu lesen lohnt:


Wie viel bekommt ein Kind im Bauch der Mutter mit, bevor es das Licht der Welt erblickt?

Trudys ungeborenes Baby bekommt so ziemlich alles mit: Den Herzschlag der Mutter, ihre Stimmung, ihre Bewegungen. Es lauscht Wort für Wort der Entstehung des Plans, den seine Mutter und deren Geliebter entwickeln, um den Kindsvater / Ehemann aus dem Weg zu räumen.  Und es ist Zeuge der leidenschaftlichen Stunden zwischen seiner Mutter und deren Liebhaber.

Außerdem handelt es sich bei dem ungeborenen Kind um einen echten Weinkenner, der soviel Wein zu trinken bekommt, dass er die Rebsorten bereits unterscheiden kann und schon einige Vorlieben entwickelt hat.

Dieses Buch war für mich aufgrund seiner Erzählperspektive lesenswert. Die Geschichte selbst hat mich weniger gefesselt. Ian McEwans geniale Sprache, sein skurriler Humor und die Tatsache, dass das Buch komplett aus der Sicht eines ungeborenes Kindes geschrieben ist, haben mich begeistert.


Inhalt:

 

"Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, hat man diese elementare Geschichte noch nie gehört. Verblüffend, verstörend, fesselnd, philosophisch – eine literarische Tour de Force von einem der größten Erzähler englischer Sprache.

Trudy betrügt ihren Ehemann. Sie wohnt nach wie vor in seinem Haus – einem heruntergekommenen Einfamilienhaus in London, das ein Vermögen wert ist –, aber ohne ihren Gatten, den Dichter und Verleger John. Stattdessen geht dort sein Bruder ein und aus, der zutiefst banale Bauunternehmer Claude. Trudy und Claude haben einen Plan. Doch ihre Intrige hat einen Zeugen: das wissbegierige, knapp neun Monate alte, ungeborene Kind in Trudys Bauch.
Von List und Leidenschaft, Verrat und Mord – ein atemberaubendes Drama, erzählt aus einer der ungewöhnlichsten Perspektiven der zeitgenössischen Literatur."

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/titel/ian-mcewan/nussschale-9783257069822.html 


Über das Buch:

 

Diogenes Verlag
Hardcover Leinen
288 Seiten
erschienen am 26. Oktober 2016
ISBN 978-3-257-06982-2
€ (D) 22.00


 


Sonntag, 9. Juli 2017

Claire Fuller - Eine englische Ehe

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Mir fällt es manchmal leichter, meine Gefühle niederzuschreiben, statt sie auszusprechen. Hin und wieder dient das Aufschreiben der Klärung, während ich schreibe, ordnen sich meine Gefühle und ich verstehe mich selbst ein Stück besser.

Der Romanfigur Ingrid geht es scheinbar ähnlich: Sie schreibt ihrem Mann Gil Briefe, die sie ihm jedoch nicht zu lesen gibt, sondern in seinen vielen Büchern versteckt. Diese Briefe, durch die man einen Einblick in die Liebesgeschichte von Ingrid und Gil bekommt, sind Hauptbestandteil des Romans. Durch die Briefe versteht der/die LeserIn Stück für Stück / Brief für Brief, warum Ingrid ihren Mann und ihre beiden Töchter zurückgelassen hat.

Parallel erzählt das Buch die Geschichte von Flora und Nan, den beiden Töchtern von Gil und Ingrid. Beide Frauen sind inzwischen erwachsen und verarbeiten ihre Kindheit und das Verschwinden der Mutter auf sehr unterschiedliche Weise.

Ein keines, sehr schönes, Detail des Buches, ist die Nennung der Bücher, in die Ingrid einen jeden Brief hineinsteckt. Es scheint, sie wählt die Briefverstecke mit Bedacht. Ob Gil diese Briefe je gefunden und gelesen hat, bleibt offen.

Mir hat der Roman gefallen, ganz besonders wegen der Briefe, die mich zum Teil sehr berührt haben. Eine eher leichte Lektüre für den Sommerurlaub, die mich aber durchaus gut unterhalten hat. 



Inhalt:

""Was ich liebe: Wie wir damals waren und wie wir hätten werden können."
Eigentlich hatte sie andere Pläne. Ein selbstbestimmtes Leben, Reisen, vielleicht eine Karriere als Schriftstellerin. Doch als sich Ingrid in ihren Literaturprofessor Gil Coleman verliebt und von ihm schwanger wird, wirft sie für ihn all dies über Bord. Gil liebt seine junge Frau, und dennoch betrügt er sie, lässt sie viel zu oft mit den Kindern in dem kleinen Ort an der englischen Küste allein. In ihren schlaflosen Nächten beginnt sie, Gil heimlich Briefe zu schreiben. Statt ihm ihre innersten Gedanken anzuvertrauen, steckt sie ihre Briefe in die Bücher seiner Bibliothek und verschwindet schließlich auf rätselhafte Weise. Zwölf Jahre später glaubt Gil, seine Frau wieder gesehen zu haben - und ihre gemeinsame Tochter Flora, hin und her gerissen zwischen Hoffnung und Verzweiflung, beginnt nach Antworten zu suchen, ohne zu ahnen, dass sie nur die Bücher ihres Vaters aufschlagen müsste, um sie zu erhalten ..."

 


Über das Buch: 

 

€ 22,00
Verlag: Piper
Erschienen am 01.03.2017
368 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag
Übersetzt von: Susanne Höbel
ISBN: 978-3-492-05791-2




Donnerstag, 15. Juni 2017

Benedict Wells - Vom Ende der Einsamkeit




Warum es sich zu lesen lohnt:


Obschon doch Geschwister in der Regel unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen,  entwickeln sie sich doch zu komplett verschiedenen Persönlichkeiten. Oft sind sie schon als Babys oder Kleinkinder völlig unterschiedlich. Für mich war dieser Roman insbesondere durch den Blick auf drei Geschwister so lesenswert.

In diesem Buch habe ich Jules, Marty und Liz in ihren ersten 40 Lebensjahren begleiten dürfen, ich habe einen Einblick in ihre Kindheit bekommen, ihre Jugend und schließlich in ihre Lebensentwürfe und Liebeskonzepte im Erwachsenenalter. Alle drei haben in ihrer Kindheit einen schweren Schicksalsschlag erfahren und immer wieder zeigt der Autor wie unterschiedlich die Geschwister damit umgehen. 

""Nun ja, man kommt auf die Welt und wird geprägt von seiner Umwelt, den Eltern, von Schicksalsschlägen, Bildung und zufälligen Erfahrungen. Irgendwann sagt man dann wie selbstverständlich: "Ich bin so und so", meint damit aber nur seine Oberfläche, sein erstes Ich.....Um sein wahres Ich zu finden, ist es notwendig, alles in Frage zu stellen, was man bei der Geburt vorgefunden hat. Manches davon auch zu verlieren, denn oft lernt man nur im Schmerz, was wirklich zu einem gehört...Es sind die Brüche, in denen man sich erkennt.""

Benedict Wells zeigt die Leben der drei Geschwister in allen Facetten.  Die Berufswahl, Familienplanung, Umgang mit Freundschaften, ihre Talente, Ängste und auch ihre Liebesbeziehungen könnten unterschiedlicher nicht sein.

Marty kämpft mit diversen Zwängen, ist beruflich erfolgreich und entscheidet sich schon früh für die ruhige und sanftmütige Elena.
Liz ist eine Lebefrau, sie verdreht allen Männern den Kopf und bricht reihenweise Herzen. Ihr Leben ist exzessiv, spontan und konzeptlos.
Jules braucht Jahrzehnte um sich einzugestehen, dass er Alva liebt, die er schon seit dem Internat kennt. Er hat ein Talent für Fotografie und Sprache und es fällt ihm schwer. etwas aus diesem Talent zu machen.

Ein sehr schöner, melancholischer Roman. 



 Inhalt:

"»Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.« Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.
Jules und seine Geschwister Marty und Liz sind grundverschieden, doch ein tragisches Ereignis prägt alle drei: Behütet aufgewachsen, haben sie als Kinder ihre Eltern durch einen Unfall verloren. Obwohl sie auf dasselbe Internat kommen, geht jeder seinen eigenen Weg, sie werden sich fremd und verlieren einander aus den Augen. Vor allem der einst so selbstbewusste Jules zieht sich immer mehr in seine Traumwelten zurück. Nur mit der geheimnisvollen Alva schließt er Freundschaft, doch erst Jahre später wird er begreifen, was sie ihm bedeutet – und was sie ihm immer verschwiegen hat. Als Erwachsener begegnet er Alva wieder. Es sieht so aus, als könnten sie die verlorene Zeit zurückgewinnen, doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein."

Quelle: http://www.diogenes.ch/leser/titel/benedict-wells/vom-ende-der-einsamkeit-9783257069587.html 

Über das Buch:

 

Verlag: Diogenes
Hardcover Leinen
368 Seiten
erschienen am 24. Februar 2016
ISBN 978-3-257-06958-7
€ 22.00



Montag, 12. Juni 2017

Jonathan Safran Foer - Hier bin ich


Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Jacob, Ehemann von Julia und Vater von 3 Jungs,  jongliert mit den unterschiedlichen Rollen in seinem Leben, er reflektiert und hinterfragt sie, manchmal hadert er auch mit ihnen. Der aufrichtige Wunsch allen Rollen gerecht zu werden und die Frage nach dem Sinn ziehen sich durch das ganze Buch hindurch.

"Er war ein Vater für seine Söhne, ein Sohn für seinen Vater, ein Ehemann für seine Frau, ein Freund für seine Freunde, aber wer war er für sich selbst?" 
Herausstechend an diesem Roman sind die Dialoge zwischen den Familienmitgliedern. Jacobs und Julias drei Söhne sind derart schlagfertig und klug, dass man den anspruchsvollen Wortwechsel einfach gerne folgt - manchmal amüsiert, manchmal emotional ergriffen. Jacob und Julia sind in den letzten Zügen ihrer Ehe und hadern mit dem Entschluss der Trennung. Jonathan Safran Foer beschreibt auf eine sehr bewegende und emotionale Weise ein Paar im Trennungsprozess.
"Gehen wir zu Bett. Diese vier Worte unterscheiden eine Ehe von jeder anderen Beziehung. Wir finden keinen gemeinsamen Nenner, aber lass uns zu Bett gehen. Nicht weil wir es tun möchten, sondern weil wir es tun müssen. Wir hassen einander gerade, aber lass uns zu Bett gehen...Jeder zieht sich in sich selbst zurück, doch man tut es gemeinsam."
Neben dem familiären Handlungsstrang greift der Autor auch politische Themen auf. Man erhält einen Einblick in das Leben der in den USA lebenden Juden und schließlich kommt es neben dem großen Familienkonflikt auch zu einem politischen Konflikt im Nahen Osten, der sich auf die Familie auswirkt.

Ein intellektuell anspruchsvoller Roman.

Inhalt:

 

"Wie können wir all die Rollen, die wir zu spielen haben, glaubhaft unter einen Hut bekommen? Wie gleichzeitig Sohn, Vater und Ehemann sein? Oder Mutter, Ehefrau und Geliebte? Erwachsener und Kind? Oder gar Amerikaner und Jude? Wie können wir wir selbst sein, wenn unser Leben doch so eng mit allen anderen verbunden ist? Diese Fragen stehen im Zentrum von Jonathan Safran Foers erstem Roman seit elf Jahren.
»Hier bin ich« erzählt von vier turbulenten Wochen im Leben einer Familie in tiefer Krise. Julia und Jacob haben sich auseinandergelebt, doch wie könnten sie sich trennen, ohne dass ihre drei Söhne darunter leiden oder gar sie selbst? Immer wieder diskutieren sie alle Szenarien durch, kümmern sich aufopferungsvoll um den inkontinenten Hund und die bevorstehende Bar Mitzwa des ältesten Sohns. Gerade als die israelische Verwandtschaft zur Familienfeier in Washington, D.C. eintrifft, ereignet sich ein katastrophales Erdbeben im Nahen Osten, das die Invasion Israels zur Folge hat. Die Fragen »Was ist Heimat? Was bedeutet Zuhause?« stellen sich noch einmal ganz neu, auch für Jacob.
Jonathan Safran Foer schreibt sich mit seinem dritten Roman endgültig in den Olymp der amerikanischen Literatur"

Quelle: http://www.kiwi-verlag.de/buch/hier-bin-ich/978-3-462-04877-3/

 

Über das Buch:

 

Verlag: Kiepenheuer&Witsch
Titel der Originalausgabe: Here I Am
Aus dem amerikanischen Englisch von Henning Ahrens
ISBN: 978-3-462-04877-3
Erschienen am: 10.11.2016
688 Seiten, gebunden mit SU
26,00 €

Sonntag, 28. Mai 2017

Lena Andersson - Unvollkommene Verbindlichkeiten




Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Erneut lässt mich Lena Andersson eine Liebesgeschichte von Ester miterleben, bei der ich Ester hin und wieder am liebsten gepackt und geschüttelt hätte, um sie zur Einsicht zu bringen, weil sie sich erneut einen Mann ausgesucht hat, der ihr nicht zu geben vermag, was sie sich so sehr wünscht. Dieses Mal ist Esters Wahl auf einen verheirateten Mann gefallen. Ich bin sicher: Mein Schütteln hätte nichts geholfen.

Ester ist eine Meisterin der Interpretation und sie interpretiert Olofs Verhalten stets so, dass es Hoffnung auf Erwiderung der Liebe und Trennung von der Ehefrau gibt. Sie hält sich bereit, steht zur Verfügung, wenn Olof es wünscht und steckt immer wieder aufs Neue Verletzungen, Zurückweisungen und Demütigungen ein. Ihr dabei zuzusehen ist schwer auszuhalten.
"Sie liebte Olof nicht, weil er sie wie den letzten Dreck behandelte, sondern weil es wunderschön war, wenn er das nicht tat. Es war der Kontrast, der explosiv wirkte."
Olof sagt Ester immer wieder, dass er sich nie von seiner Ehefrau trennen wird und er und sie keine Beziehung miteinander haben. Dennoch macht er ihr immer wieder auf eine verquere Art Hoffnungen.

"Wie so viele andere konnte er es nicht ertragen, das zu verlieren, was er gar nicht haben wollte."
Es war nicht das Thema Dreiecksbeziehung, was mich an diesem Buch so fasziniert hat, es war die Sprache.

"Genaue Abmachungen sind der Schutz des schwächeren Teils, der stärkere will sich alles offenhalten, falls die Lust plötzlich ihre Richtung ändert. Schwach ist der Teil, der zu viel will, stark ist der, dem es mehr oder weniger egal ist."

Lena Andersson bringt das Liebesdilemma mal wieder schonungslos auf den Punkt und obwohl ich immer wieder den Kopf geschüttelt habe über Esters und Olofs Verhalten, so gab es doch auch kurze Momente des Verständnisses - für Beide.


Inhalt:

""Olof und Ester waren wie zwei Zahnräder. Zahnräder verwachsen nicht miteinander. Sie treiben einander lediglich an. Leider funktioniert das Ganze auch mit drei Zahnrädern, rein mechanisch geht das sogar hervorragend."

Nichts ist komplizierter als die Beziehung zwischen Mann und Frau. Das muss auch Ester Nilssons feststellen, Mitte dreißig und von Beruf Journalistin und Dichterin. Fünf Jahre sind vergangen seit ihrer unglücklichen Liebesbeziehung mit dem Künstler Hugo Rask, und Ester hat sich vorgenommen, dass ihr so etwas nie mehr passieren wird: einen Mann zu lieben, der sich nicht festlegen und ganz zu ihr bekennen will. Dann trifft sie bei einer Theaterprobe den Schauspieler Olof und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Olof macht kein Geheimnis daraus, dass er verheiratet ist. Trotzdem trifft er Ester. Die beiden gehen eine Beziehung ein, von der Olof behauptet, es sei keine. Er hat schließlich nicht vor, seine Frau zu verlassen. Also worauf wartet Ester?" 
Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Unvollkommene-Verbindlichkeiten/Lena-Andersson/Luchterhand-Literaturverlag/e505705.rhd

 

Über das Buch: 

 

18,00
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag 
ISBN: 978-3-630-87524-8
Erschienen: 10.04.2017
Verlag: Luchterhand




Montag, 22. Mai 2017

Valentina Cebeni - Die Zitronenschwestern

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Das Buch führte mich nach Italien auf eine kleine Insel. Dort habe ich Elettra auf der Suche nach ihrer Vergangenheit begleitet.  Die Handlung rankt sich um ein Kloster auf der Insel und seine Geschichte. Die Schicksale sind miteinander verwoben und dennoch war die Story für mich recht vorhersehbar und an manchen Stellen ein wenig zu kitschig.

Was mir an dem Buch jedoch sehr gefallen hat, waren die sinnlichen Beschreibungen der Zubereitung von Brot und Gebäck. Focaccine mit Äpfeln, Amarettini und Guelfi - nicht selten hatte ich während des Lesens den Wunsch diese Köstlichkeiten auf der Stelle selbst zuzubereiten und noch viel mehr Lust sie zu probieren. Wie gut, dass das Buch ein paar der Rezepte enthält.

Ein leichter Sommerroman, der mich gut unterhalten hat.

Inhalt:

"Elettras früheste Kindheitserinnerung ist der Duft von Anisbrötchen. Ihre Mutter war eine begnadete Bäckerin, deren Köstlichkeiten direkt den Weg zum Herzen der Menschen fanden. Doch seit sie schwer erkrankt ist, steuert die Bäckerei der Familie auf den Bankrott zu. Und Elettra ist ganz auf sich allein gestellt, denn sie erfuhr nie, wer ihr Vater ist. Als sie von einer kleinen Insel im Mittelmeer hört, auf der ihre Mutter die glücklichste Zeit ihres Lebens verbracht haben soll, reist sie kurz entschlossen dorthin. Inmitten von Zitronenhainen stößt sie auf ein verlassenes Kloster, das eine alte Liebe verbirgt – und vielleicht das große Glück."
 Quelle: https://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Die-Zitronenschwestern/Valentina-Cebeni/Penguin/e497071.rhd

Über das Buch:

 
Preis: 10,00   
Taschenbuch, Klappenbroschur   
ISBN: 978-3-328-10040-9 
Verlagn: Penguin  

Freitag, 19. Mai 2017

Gerhard Jäger - Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

 

Warum es sich zu lesen lohnt: 

 

Das Buch führte mich in ein Tiroler Bergdorf mit seinen kauzigen BewohnerInnen. Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen, in den 50er Jahren und heute. Immer wieder werden aber auch Ausflüge in die noch ältere Vergangenheit unternommen und alte Sagen und Mythen zum Leben erweckt.

Gerhard Jäger gelingt es mit einer beeindruckenden Sprache ein Bild von diesem Dorf zu erschaffen. Eine geschlossene Welt in sich, mit eigenen Regeln und Gesetzen. Mich hat diese Welt fasziniert, in der man von der Natur und ihrer Gewalt abhängig ist und dies häufiger und unmittelbarer zu spüren bekommt, als wir es hier und heute gewohnt sind.

Durch die Schneemassen, die das Dorf eines Winters ereilen, legt sich eine bedrohliche und angespannte Stimmung über das Bergdorf. Gerhard Jäger beherrscht eine so bildhafte Sprache, dass die Stimmung für mich als Leserin spürbar wurde.

Die Geschichte des Buches ist spannend, zu lesen lohnt es sich jedoch in erster Linie wegen der Sprache des Autors. Ich hatte beim Lesen hin und wieder Gemälde vor Augen, die er mit seinen Worten erschaffen hat.

Ich sehe eine Frau mit einem roten Schultertuch und einem Weidenkorb in der Hand, die in der Dämmerung im Schnee steht. Ich sehe das Vieh im Stall, unruhig mit den Hufen scharrend, die Ohren gespitzt vom Donner der Lawinen. Dieses Buch war für mich eher ein imaginärer Bildband als ein Roman.


Inhalt:


"Ein sprachgewaltiger Roman über eine unerfüllte Liebe, einen ungeklärten Mord und eine spannende Spurensuche.

Im Herbst 1950 kommt der junge Wiener Historiker Max Schreiber in ein Tiroler Bergdorf, um einem alten Geheimnis auf den Grund zu gehen. Konfrontiert mit der archaischen Bergwelt und der misstrauischen Dorfgemeinschaft , fühlt er sich mehr und mehr isoliert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, um die jedoch auch ein anderer wirbt. Als ein Bauer unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, ein Stall lichterloh brennt und der Winter mit ungeheurer Wucht und tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation dramatisch zu. Schreiber gerät unter Mordverdacht und verschwindet spurlos – nur seine Aufzeichnungen bleiben zurück.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später will ein alter Mann endlich die Wahrheit wissen. Von seinen eigenen Schatten verfolgt, begibt er sich auf Spurensuche in die Vergangenheit.

Raffiniert, voller Rhythmus und Poesie erzählt Gerhard Jäger von der Magie, aber auch von der Brutalität eines Ortes, der aus Raum und Zeit gefallen scheint."

Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Der-Schnee,-das-Feuer,-die-Schuld-und-der-Tod/Gerhard-Jaeger/Blessing/e502067.rhd 

Über das Buch:  

 

€ 22,99
ISBN: 978-3-89667-571-2
Erschienen: 26.09.2016
Blessing Verlag

Samstag, 13. Mai 2017

Cynthia D`Aprix Sweeney - Das Nest



Warum es sich zu lesen lohnt:


Leo - Lebemann mit Drogenfaible.
Beatrice - Schriftstellerin mit Schreibblockade.
Jack - Antiquitätenhändler mit Liquidiätsproblem.
Melody - Mutter mit Kontrollwahn. 

Vier Geschwister um die 40, die in New York leben. Sie könnten nicht unterschiedlicher sein und doch haben sie Eines gemeinsam: Sie haben alle damit gerechnet in absehbarer Zeit eine beträchtliche Summe Geld zu erben. Alle hatten ihre Lebensentwürfe auf diese Tatsache gebaut und das Erbe eingeplant und nun bleibt der Geldsegen aus. Und das, weil ausgerechnet Leo wieder einmal richtig Scheiße gebaut hat.

Eine bitterböse Familiengeschichte. Familie Plumb hat mich glänzend unterhalten und ich habe dabei den ironischen Unterton und den Humor der Autorin sehr genossen.

 

Inhalt:

 

"Melody, Jack, Bea und Leo sind Geschwister. Sie sind in ihren Vierzigern, stehen mitten im Leben und sie haben immer gewusst, sie würden eines Tages erben. Aber was, wenn die Erbschaft ausbleibt? Ein warmherziger, humorvoller und scharfsinniger Roman darüber, wie der Kampf ums Geld Lebensentwürfe und Familien durcheinanderbringen kann."

Quelle: https://www.klett-cotta.de/buch/Gegenwartsliteratur/Das_Nest/74705

 

Über das Buch:

 

Klett-Cotta Verlag, Suttgart 2016
ISBN 9783608980004
Gebunden, 416 Seiten, 19,95 EUR 

 


Mittwoch, 3. Mai 2017

Liane Moriarty - Tausend kleine Lügen

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Besonders bei meinen Besuchen in Kalifornien sind sie mir aufgefallen: Diese nach außen perfekten Familien, die ihre (natürlich hochbegabten) Kinder morgens in die Schule bringen und sich gegenseitig vormachen, wie perfekt ihre Leben doch sind. Die Mütter scheinen immer voller Energie zu sein, sehen schon frühmorgens umwerfend aus und sprechen mit einer flötenden Stimme und einem Dauerlächeln im Gesicht, welches ihre wunderschönen Zähne zeigt. Sobald die Kinder in der Schule abgegeben sind, gehen sie sehr wichtigen Dingen nach. Manchmal sind es erfolgreiche Jobs, oft aber auch das tägliche Sportprogramm oder diverse Wohltätigkeitsveranstaltungen. Aber was sie auch immer tun, es bleibt viel Zeit um die Förderung der Kinder zur Lebensaufgabe zu machen und am besten jeden ihrer Entwicklungsschritte zu überwachen:

""Die Eltern sind wahrscheinlich diejenigen, die den größten Wirbel machen, stimmt´s?....Heutzutage sind die Eltern viel zu sehr auf ihre Kinder fixiert. Wohlwollende Gleichgültigkeit, so wie in der guten alten Zeit, das fehlt."" 

In der australischen Kleinstadt am Meer lauern bei Celeste, Madeleine, Jane und ihren Familien einige Geheimnisse im Verborgenen. Ein Mobbingfall an der Schule, häusliche Gewalt,  Janes Vergangenheit und Madaleines Tochter Abigail, die mit einer zweifelhaften Aktion Amnesty International unterstützen möchte, sorgen für das Bröckeln der Fassaden.

Das Buch ist leicht zu lesen und baut Spannung auf. Bereits zu Beginn ist klar, dass ein Mord geschehen ist, der sich nach und nach aufklärt. Mir hat jedoch am Besten die sehr zynische Beschreibung der Vorschuleltern gefallen. Definitv eine unterhaltsame Lektüre.


Inhalt: 

"Jane flieht vor ihrer Vergangenheit. Sie hat es seit der Geburt ihres Sohnes vor fünf Jahren nirgendwo länger ausgehalten. Nun ist sie im idyllischen australischen Küstenstädtchen Pirriwee gestrandet und hat das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Schnell schließt sie Freundschaft mit der lebhaften Madeline und der wunderschönen Celeste. Doch plötzlich geraten die drei Frauen in den Strudel von dunklen Geheimnissen, Lügen und Intrigen. Als dann bei einem Elternschulfest ein Mann tödlich verunglückt, stellt sich die Frage: War es ein wirklich nur ein Unfall?"

Quelle: https://www.luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/beziehungsromane/tausend-kleine-luegen/id_3342491

 

Über das Buch: 

 

Verlag: Bastei Lübbe
16,99 € 
Paperback
496 Seiten
ISBN: 978-3-404-17293-1
Ersterscheinung: 14.01.2016

Sonntag, 30. April 2017

Thees Uhlmann - Sophia, der Tod und ich

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Ein Buch über den Tod. Ich habe dennoch viel gelacht.

Der Tod sieht aus wie ein Mensch und verhält sich bis auf ein paar Ausnahmen auch so. Eigentlich bleiben dem ziemlich depressiven Altenpfleger nur 3 Minuten mit dem Tod, aber dann ergibt es sich, dass die Beiden 2 Tage und Nächte zusammen verbringen. Eine makabere Reise voller herrlich skurriler Situationen beginnt. Der Tod lernt zu fluchen und der Altenpfleger begreift in diesen Tagen mehr über sein Leben als je zuvor.

"Und wenn glückliche Momente selten sind, erinnert man sich umso stärker an sie, dachte ich auf der Straße zwischen Sophia und dem Tod. Ich fragte mich, ob das nicht sogar besser war, als ewiges Glück." 
Er besucht seine Mutter und taucht noch einmal ein, in die kleinbürgerliche Welt, in der er aufgewachsen ist. An seiner Seite der Tod und seine Exfreundin Sophia, eine polnische Schönheit, mit der er von einem seiner Altenheimpatienten verkuppelt wurde.
"Sophia war mit einer Wucht in mein Leben getreten, die ich bis dahin nicht gekannt hatte. Sie war wie ein unvergessliches Fußballspiel, bei dem das Ergebnis egal war. Hauptsache, man war dabei gewesen."
Lesenswert ist das Buch für mich hauptsächlich wegen der  Dialoge zwischen Erzähler und  Tod - hier geht es um die großen Fragen, oft flapsig und humorvoll aber trotzdem philosophisch und manchmal tief berührend. Sprachlich großartig.

Inhalt:

"Der Tod gibt sich die Ehre und bringt Leben in die Bude
Im Debütroman des Musikers Thees Uhlmann geht es ums Ganze. Der Tod klingelt an der Tür. Aber statt den Erzähler ex und hopp ins Jenseits zu befördern, gibt es ein rasantes Nachspiel. Ein temporeicher, hochkomischer, berührender Roman über die wirklich wichtigen Fragen des Lebens.
Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlich sieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Zwischen den beiden entspinnt sich eine absurd-witzige Diskussion, in der es um Kopf und Kragen, um die Insel Juist, den Lakritzgeschmack von Asphalt und das depressive Jobprofil des Todes geht. Zu seiner Verwunderung gelingt es dem Tod nicht, den Erzähler sterben zu lassen. Ein spektakulärer Roadtrip beginnt. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.
Es geht auf eine Reise zwischen Himmel und Hölle – und um die Frage, ob es das alles überhaupt gibt. Eine Reise, die geprägt ist durch die Tollpatschigkeit, mit der sich der Tod durch die Welt der Lebenden bewegt, und Fragen wie: Muss der Tod pinkeln? Und wenn ja, wie macht er das? – Und die große Frage, was denn besser ist, »to burn out or to fade away«.
»Sophia, der Tod und ich« ist eine irrsinnig lustige, berührende Suada, druck- und kraftvoll in jeder Zeile. Man liest, lacht, zerfließt in Melancholie und birst vor Freude, dass man noch am Leben ist."

Quelle: http://www.kiwi-verlag.de/buch/sophia-der-tod-und-ich/978-3-462-04793-6/

Über das Buch: 

 

Kiepenheuer&Witsch
ISBN: 978-3-462-04793-6
Erschienen am: 08.10.2015
320 Seiten, gebunden
Preis 18,99 €

Sonntag, 9. April 2017

Hanya Yanagihara - Ein wenig Leben

 

Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Mehrmals habe ich dieses Buch beiseite gelegt, manchmal wurde der Kloß im Hals einfach unerträglich oder ich war so ergriffen, dass mir die Tränen kamen. Ich habe mir ein paar Mal die Frage gestellt, ob ich mir das wirklich antun möchte weitere zighundert Seiten mit Malcolm, Jude, JB und William zu verbringen.

Das Buch erzählt von der Freundschaft der vier Männer, beginnend in der Highschool und endend ca. 30 Jahre später. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jude und seine schreckliche Kindheit und Jugend, über die es ihm nicht gelingt mit seinen Freunden  zu sprechen. Die Schilderungen seiner Kinderheitserfahrungen sind düster und grausam. Seine Selbstverletzungen und sein selbstzerstörerisches Verhalten werden zum Teil so qualvoll beschrieben, dass ich Textpassagen überspringen musste. Definitiv ein Buch, für das man emotional stabil sein sollte.

Fasziniert hat mich die Freudschaft der Vier im Verlauf des Lebens. Das Ringen um Vertrauen und Liebe. Die Veränderungen, die sie alle durchmachen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und wie sich diese Veränderungen auf ihre innige Freundschaft auswirken.

"Seine anhaltende Nostalgie deprimierte ihn, machte ihn älter, und er konnte nicht umhin zu denken, dass die glorreichsten Jahre, die Jahre, in denen alles aussah wie mit Leuchtfarbe gemalt, vorüber waren. Damals waren alle so viel unterhaltsamer gewesen. Was war nur passiert?
Das Alter, nahm er an. Jobs, Geld, Kinder. Die Dinge, die den Tod auf Abstand hielten, mit denen man die eigene Relevanz untermauerte, die Trost spendeten und Zusammenhang und Bedeutung stifteten. Der von Biologie und Konvention diktierte Marsch voran, dem sich selbst unangepasste Geister nicht entziehen konnten."
Es waren Textstellen wie diese, die mich das Buch haben zu Ende lesen lassen. Kloß im Hals hin oder her. 


Inhalt:

"Sie werden über dieses Buch sprechen wollen: "Ein wenig Leben" ist ein unvergleichlich mutiger Roman über Freundschaft als wahre Liebe.

"Ein wenig Leben" handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Immer tiefer werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten. "Ein wenig Leben" ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch."

Quelle: https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-wenig-leben/978-3-446-25471-8/

Über das Buch:

 

Roman übersetzt von Stephan Kleiner
Erscheinungsdatum: 30.01.2017
960 Seiten
Verlag: Hanser Berlin
ISBN 978-3-446-25471-8
ePUB-Format
ISBN 978-3-446-25558-6 

Donnerstag, 16. März 2017

Anna Quindlen - Ein Jahr auf dem Land







Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Hin und wieder muss man sich neu erfinden, sich fragen, ob die Schuhe die man trägt eigentlich noch passen. Ob die Überzeugungen noch gelten, die man seit Jahren wie selbstverständlich vertritt. Ob es noch das Leben ist, das man leben möchte.

Nicht selten bescheren besondere Umstände uns die Notwendigkeit, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.

Für die Fotografin Rebecca wird ihr Jahr auf dem Land zum Anlass sich neu zu erfinden. Sie muss aus finanziellen Gründen für eine Weile raus aus der Großstadt und findet sich in einem sehr einfachen Landhaus wieder. Plötzlich ist da ein Waschbär auf dem Dachboden und ein Hund, der beschlossen hat, bei ihr zu leben. Dabei ist sie doch eigentlich gar kein Hundemensch.

Ihr Leben dort hat so gut wie nichts mehr mit dem Leben in New York zu tun und auch ihr Blick auf die Fotografie und die Motive ändert sich.

Anna Quindlen hat eine leichte und erfrischende Sprache in ihrem Roman. Die Erfahrungen, die ihre Protagnoistin Rebecca fernab ihres eigentlichen Wohnsitzes in New York macht, sind so lebendig und bunt beschrieben, dass ich mir das alte Haus, das Cafe mit den besten Scones und die Wälder in der Umgebung wunderbar vorstellen konnte.

Was für ein beruhigendes Gefühl es doch immer wieder ist, dass das Leben uns manchmal einen Schubs gibt, um uns zu hinterfragen und uns neu zu erfinden. Und wie schön, wenn man in Büchern anderen Menschen dabei zusehen darf, wie sie diese Aufgabe meistern.

Inhalt:

"Was im Leben am meisten zählt

Rebecca Winter steht an einem Wendepunkt: Von ihrem Mann ist sie geschieden, für ihren erwachsenen Sohn nicht mehr unentbehrlich, und als Künstlerin hat sie längst ihren Zenit überschritten. Jahrelang lebte die berühmte Fotografin sorglos von den üppigen Einkünften eines Schnappschusses. Aber nun ist der Geldstrom versiegt. Notgedrungen beschließt sie, ihr New Yorker Apartment zu vermieten und für ein Jahr in ein kleines Haus fernab der Stadt zu ziehen. Der unfreiwillige Landaufenthalt ist kein Spaziergang im Central Park – und doch beschert er Rebecca eine unverhoffte Liebe, neue Inspiration und den Mut, unbekannte Wege zu beschreiten ...

In »Ein Jahr auf dem Land« zeigt sich Anna Quindlen auf der Höhe ihrer Kunst. Schon ihre früheren Romane überzeugten durch Wärme und Intellekt, doch dieser – so die New York Times – »glänzt darüber hinaus noch mit Humor und Prägnanz«. Ein klug unterhaltender Roman, ein Plädoyer dafür, sein Leben in die Hand zu nehmen und sich immer wieder neu zu erfinden."
Quelle: https://www.randomhouse.de/Buch/Ein-Jahr-auf-dem-Land/Anna-Quindlen/DVA-Belletristik/e467822.rhd 

Über das Buch: 

 

€ 19,99 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-421-04666-6
Erschienen: 02.03.2015


Freitag, 3. März 2017

Bradley Somer - Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel



Warum es sich zu lesen lohnt:

 

Wenn aus dem Haus in dem Du wohnst vom obersten Stockwerk ein Goldfisch fällt, was wird er sehen, wenn er an deiner Wohnung vorbeifliegt?

Der mutige Goldfisch Ian darf bei seinem Fall aus dem 27ten Stock einen Blick in die Wohnungen erhaschen, die er im Flug passiert und lässt uns LeserInnen teilhaben an dem, was er sieht. Es sind die Beobachtungen eines Goldfischs über die Bewohner des Hauses in der Roxy Street, ihre Lebensgeschichten, die dieses Buch so wunderbar machen. 

Petunia Deliah bekommt ein Baby in der Wohnung von Claire, die sich seit Jahren nicht mehr aus ihrer Wohnung traut und einen Hygienefimmel hat. Gebursthelfer ist ein kleiner Junge, der dazu neigt in Ohnmacht zu fallen und dessen Großvater gerade verstorben ist. Garth trägt mit großer Freude Frauenkleider, nicht weil er eine Frau sein möchte, sondern weil er es liebt sich hübsch zu machen. Connor entdeckt zu spät, dass er Katie über alles liebt und schleunigst damit aufhören sollte mit Faye ins Bett zu gehen. Und Jimenenz repariert nicht nur zur tropfende Wasserhähne sondern auch den Aufzug, obschon er das eigentlich nicht kann.

Und weil der Aufzug kaputt ist, müssen die Bewohner des Hauses die Treppe nutzen und dieser Umstand führt zu einer Reihe von Begebenheiten, die sonst nicht geschehen wären. Zufall? Immer wieder bringt der Autor philosophische Gedanken in seinen Roman ein, ein Grund mehr für mich das Buch zu mögen:
"Alles geschieht aus einem Grund. Manchmal aufgrund einer Entscheidung, manchmal aufgrund eines glücklichen Zufalls, machmal durch göttliches Zutun. Aber es ist egal, denn das Leben geht einfach weiter. Alles geschieht aus einem Grund, doch meist ist dieser Grund ohne den Vorzug des Rückblicks nicht klar erkennbar."
Welch ein Glück, dass Ian den Sprung aus dem Fischglas  gewagt hat und so dieses schöne Buch entstanden ist.

Inhalt:

"Wer sein Leben in einem Goldfischglas fristet, wird als alter Fisch sterben, der nie ein Abenteuer erlebt hat.

Goldfisch Ian fällt. Aus dem 27. Stock. Auf seinem Weg nach unten fliegen die Fenster des Hochhauses an ihm vorbei – und mit ihnen die Geschichten der Menschen, die dahinter wohnen. Während Ian immer schneller auf den Bürgersteig zurast, fiebern wir nicht nur mit ihm mit, sondern erhaschen gemeinsam mit ihm einen Blick auf die Schicksale dieser Menschen. Ein Leben wird dabei beginnen, eines enden, und am Schluss begreifen wir, dass das Glas, das uns vom Rest der Welt trennt, zerbrechlicher ist, als wir oft glauben. Dann wird auch klar, warum Ian eigentlich fällt – und was passiert, wenn er landet.
In ›Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel‹ geht es buchstäblich um Leben und Tod. Bradley Somer klappt das Haus in der Roxy Street auf wie eine Puppenstube und erweckt die Figuren darin auf wunderbar liebe-volle, spielerische und humorvolle Weise zum Leben. Ein Buch, so glanzvoll und schillernd wie ein Goldfisch – oder wie das Leben selbst."

Quelle: http://www.dumont-buchverlag.de/buch/tb-somer-der-tag-an-dem-der-goldfisch-9783832163600/

Über das Buch:


320 Seiten, Bedruckte Umschlaginnenseiten
Verlag: Dumont, Originalverlag: St. Martin’s Press, 2015, Originaltitel: Fishbowl
Erstmals im Taschenbuch
Erscheinungstag: 15.08.2016
ISBN 978-3-8321-6360-0